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An meinen
Lieblingsbaum
Die Träume, die in stillen Feierstunden,
die dunkler Schatten mir so oft verlieh,
die süße Ruh, die ich bei dir gefunden,
mein Lieblingsbaum, o die vergess´ ich nie!
Oft sah ich neben dir die Sonne untergehen,
entzückt von ihres Anblicks Majestät.
Oft hat des Herbstes lindes, kühles Wehen
mit deinem bunten Laub mich übersät.
Vor
meinen Blicken schwebten holde Bilder,
im lichten Glanz der Jugendfantasie,
da träumt ich mir des Schicksals Härte milder,
und jeder Misston wurde Harmonie.
Und
liebend grub ich einst in deine Rinde
den Namenszug, der in mir brannte, ein,
auch darum wirst du mir, du stille Linde,
vor allen Bäumen ewig teuer sein.
Wenn
sich in deinen blütenvollen Zweigen
des Westes leiser Odem kaum bewegt,
fühlt mein Gemüt sich durch das tiefe Schweigen
der heiligen Natur so ernst erregt.
Charlotte von Ahlefeld
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