Die Brennessel




Es ist noch gar nicht lange her
da säte ich in meinem Garten,
Blumen bunt wie Lichtermeer
konnt`s blühen kaum erwarten.

Neugierig ging am Tag ich oft
zu diesem Fleckchen Erde,
hab jedesmal dabei gehofft,
dass meine Saat aufgehen werde.

Mit Pflänzchen bald schon übersät
Beweis , dass es was werde,
hab sie gegossen und gepflegt,
gedüngt den Boden der sie nährte.

Mitten drin in dieser Pracht
wuchs stolz und unbemerkt
im Schutz der Sonne und der Nacht
ein wildes Etwas ungestört.

Ich sah die Brennessel zu spät,
die meine Ordnung störte,
der Wind hatte sie wohl gesät
ihr Stolz mich arg betörte.

Hab sie nur aus Versehen berührt
was schmerzvoll ich bereute,
sie hat sich ehrenvoll gewehrt
mir weh zu tun sie nicht scheute.

Wütend und zornig beschloß ich spontan,
ihr nun den garaus zu machen
stolz und unschuldig sah sie mich an
erinnerte mich an manche Sachen.

Ich musste an all die Menschen denken
denen ungewollt auch ich tat weh,
mir weiter ihre Freundschaft schenkten,
die niemals zornig sagten: "Geh!"

In diesem Moment habe ich begriffen,
was wahre Freundschaft wirklich ist,
nie um Verzeihung betteln müssen,
auch wenn man mal die Regeln vergißt.

Nun sah ich die Nessel mit anderen Augen
hab ihr das Brennen längst verziehn,
weil auch solche Planzen etwas taugen-
eigene Fehler durch die "Blume" zu sehn!

© Celine Rosenkind
2003

diese Zeilen schickte mir Celine im Juli 2003 im Gästebuch


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