Der Herbstspaziergang


Der Herbst hatte uns eine Einladung geschickt.
Sein Briefpapier, ein buntes Blatt getragen
von seinem besten Freund, dem Wind.
Ungeduldig piff er seine Botschaft durch die Fensterritzen
begleitet von der Sonne, deren Strahlen an Wärme bereits
verloren haben.

Ich liebe diese Zeit im Jahr,
wenn Sonnenstrahlen, anders als sonst
die Schönheit der müden Natur beleuchten,
die Zeit, wo die Herbststürme über das Land fegen,
Lese halten um das was reif an Bäumen und Büschen
zu Fall zu bringen.

Mit unseren kleinen Sorgen im Gepäck und
festem Schuhwerk machten wir uns auf
zu unserem Lieblingsplatz, den drei Windmühlen, oben auf unserem Berg.
Die Luft roch anders als sonst,
Kühe und Pferde tobten über die Wiesen als wüssten
sie, dass diese Zeit bald zu Ende sein würde für dieses Jahr.

Wir besuchten unsere so wohl vertrauten Tannen, schauten in die hohen Wipfel
durch die der Herbstwind rauschte. Es klang wie eine wunderschöne Musik.
Eichhörnchen huschten emsig in den Ästen, um sich auf den Winter vorzubereiten.
Die großen Ameisenhaufen waren nicht mehr so bevölkert
und doch blieben wir wie immer stehen um sie zu bewundern.


Das geschäftige Treiben war vorbei.
Wie klug die Natur das doch alles eingefädelt
hat, staunten wir.
Wir entdeckten eine kleine Höhle die uns noch nie aufgefallen war,
rätselten, wer da wohl wohnen würde.
Hagebutten am Wegesrand leuchteten in der Herbstsonne.
Der Herbst ein wahrer Künstler mit einen Farbkasten deren Farben
wohl einzigartig sind.

Es gab, soviel zu bestaunen, während wir Rast machten,
auf unserem Berg mit den drei Windmühlen um ins Tal zu schauen.
Voll von Bewunderung und in unseren Herzen Dankbarkeit und Liebe.
Staunend erkannten wir wie sehr sich unsere Heimat, das Bergische Land
schon auf den Herbst eingestellt hatte.

Unsere Sorgen waren wie weggeblasen, der Herbstwind hatte sie weggetragen
während die Sonnenstrahlen unsere Herzen wieder froh gemacht hatten!
Ich sah in Deine Augen und da waren sie wieder diese kleinen Sternchen, dieses
spitzbübische Funkeln was ich, so sehr an Dir liebe.

Nach einem langen Kuss traten wir den Heimweg an um uns köstlich bei einem heißen Kaffee 
zu amüsieren während am Nachbartisch drei alte Damen vergeblich
den Kampf zwischen Pflaumenkuchen essen und Wespen vertreiben führten.

Von uns aus, kann er kommen der Herbst.
In der Natur und in unserem Leben.
Wir werden unsere schönen Erlebnisse hervorkramen
und so kommen wir gut durch den Winter,
zwei Menschen, die sich wie die Natur auf
einen großen Schlaf vorbereiten und sich
dennoch auf den nächsten Frühling freuen.


                                   [c] Celine Rosenkind 6. September 2002



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